Musikalische Lesung mit Hanka Meves in der Wülfrather Stadtkirche
Die Bürgerstiftung Wülfrath lud am Mittwochabend zu einer besonderen Autorenlesung in die evangelische Stadtkirche ein. Autorin Hanka Meves präsentierte ihren historischen Roman „Die Komponistin von Köln“, begleitet von Kantor Thomas Gerhold, der den Abend musikalisch gestaltete.
Bereits vor Beginn der Veranstaltung in der gut besetzten Kirche zeigte sich die Kölner Schriftstellerin bewegt: „Ich freue mich über das große musikalische und literarische Interesse in Wülfrath“, sagte Meves, die seit drei Jahrzehnten in Köln lebt und arbeitet.
Der Roman erzählt die Geschichte der Komponistin Maria Herz, geborene Bing (1878–1950), einer der wenigen Frauen, die sich in den 1920er-Jahren in der Musikszene einen Namen machen konnten. Als Jüdin und alleinerziehende Mutter von vier Kindern musste sie 1934 vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen. Ihre Werke gerieten in Vergessenheit, bis sie 2015 aus dem Nachlass wiederentdeckt wurden.
Kantor Thomas Gerhold ließ die Musik von Maria Herz wieder aufleben. Aus handgeschriebenen Noten der Komponistin entwickelte er eigene Variationen, die er auf dem Flügel und Synthesizer vortrug. „Das machte mir großen Spaß“, erzählte er nach dem Konzert.
Hanka Meves, Journalistin und Historikerin, verknüpft in ihrem Roman wahre Begebenheiten mit einer erfundenen Erzählerin namens Franziska. Diese begleitet Maria Herz von der Schulzeit bis in die Jahre des Exils. Meves recherchierte die Geschichte anhand von Briefen, Fotos, Noten und anderen Dokumenten aus dem Familienarchiv. Informationen aus erster Hand hat Meves durch den Kontakt zum Enkel von Maria Herz, „der sich über das historische Interesse der Autorin an seiner Großmutter freue“, verriet der Ehemann von Hanka Meves nach der Lesung.
